Sommer 85
In seinem 19ten Werk bleibt François Ozon seiner Vorliebe von Romanverfilmungen treu, diesmal fiel die Wahl auf „Tanz auf meinem Grabe“ des Briten Aidan Chambers, die der Franzose schon lange auf seiner Wunschliste hatte. Gleich zu Beginn wird mit einem Zeitsprung deutlich, dass dieser Lovestory ein tragisches Ende beschieden ist. Der junge Held befindet sich im Polizeigewahrsam. „Manchmal verstehen wir nicht, was er sagt“, wird die besorgte Mutter berichten und meint das Faible des Sohnes für den Tod. Mit eleganter Raffinesse wird die dramatische Geschichte jener ersten großen Liebe in Rückblicken erzählt. Visuell weiß Ozon traditionell mit Einfallsreichtum zu überzeugen. Von wilden Ausfahrten auf dem Motorrad zu zweit, die zum brutalstmöglichen Anschmiegen zwingen. Über einen verblüffenden Kostüm-Coup im Leichenschauhaus. Bis zum nächtlichen Tanz an einem denkbar ungewöhnlichen Ort, bei dem Rod Stewarts Ohrwurm „I am Sailing“ höchst emotional zur Geltung gebracht wird…
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