Deutschstunde
Nach dem Zweiten Weltkrieg erinnert sich ein junger Mann in einer Besserungsanstalt an den Konflikt, der ihn an den Rand des Wahnsinns gebracht hat. Während der NS-Zeit hatte sein Vater als Dorfpolizist einen Maler verfolgt und sich zum brutalen Mittäter gemacht. Doch auch nach dem Untergang des Regimes ändert er seine Haltung nicht. Regisseur Christian Schwochow stellt in seiner Adaption des Romans von Siegfried Lenz den scharf und differenziert konturierten Charakteren und engen Innenräumen immer wieder gewaltige Landschafts- und Naturaufnahmen gegenüber, die die Geschehnisse metaphorisch reflektieren. Sein Film eröffnet auch Assoziationsräume in die politische Gegenwart hinein, in der autoritäre Regime und Ideologien wieder zunehmend an Einfluss gewinnen.