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  GREED - GIER NACH GELD

Begleitprogramm im Kino in der Brotfabrik

USA 1924 - Regie: Erich von Stroheim - Drehbuch: Erich von Stroheim, June Mathis, nach dem Roman »McTeague« von Frank Norris - Kamera: Ben Reynolds, William Daniels - mit: Gibson Gowland, Zasu Pitts, Jean Hersholt, Cesare Gravina, Chester Conklin, Sylvia Ashton, Dale Fuller - Produktion: Metro­Goldwyn Pictures - Premiere: 26.1.1925 - Rekonstruktion: Rick Schmidlin - Archiv: Filmmuseum München - Farbe: schwarzweiß mit handkolorierten Effekten - Länge: 243 Minuten - Betacam SP - Zwischentitel: englisch

Stroheim hat seine literarische Vorlage mit äußerster Sorgfalt, »Wort für Wort« verfilmt. Er war von der Idee besessen, der Zuschauer solle alles, was er sehe, »für wahr halten«. So rühmte er sich, daß nicht eine einzige Aufnahme des Films in einem Studio gedreht worden sei. GREED ist ein Film von bitterer und fast manischer Konsequenz. Mit einer Überfülle von Details macht Stroheim die Verwandlung des Menschen durch die Gier nach Geld deutlich; alle drei Hauptpersonen werden letztlich durch die Macht des Geldes pervertiert.

In einer Privatvorführung soll Stroheim eine Fassung des Films gezeigt haben, die 42 Rollen lang war. Zusammen mit Rex Ingram montierte er dann eine »endgültige« Fassung, die noch aus 18 Rollen bestand. Produzent Irving Thalberg ließ den Film schließlich auf 10 Rollen (etwa 135 Minuten) kürzen.

(Dieter Krusche: Reclams Filmführer; Philipp Reclam jun., Stuttgart 1973)

Diese Version von GREED ist in erster Linie die Rekonstruktion der Erzählstruktur und sollte nicht als Versuch eines »Director's Cut« mißverstanden werden. Mein Ziel war es, philologisch korrekt zu arbeiten und gleichzeitig die originale Montage und Inszenierung von von Stroheim nachvollziehbar zu machen. Neben der Verwendung von Hunderten von Standphotos und des erhalten gebliebenen Filmmaterials wurden die originalen Farbeffekte rekonstruiert, die in einem Arbeits­Drehbuch vom 31.3.1923 vermerkt sind, und die Anweisungen für Auf­, Ab­ oder Irisblenden befolgt. Wichtig war uns, daß der Film einen Erzählrhythmus findet, der von Stroheims Intention gerecht wird.

Die Rekonstruktion dauert etwas länger als 4 Stunden und liegt damit zwischen der ursprünglichen neuneinhalbstündigen Arbeitskopie und der letzten von von Stroheim autorisierten Schnittfassung von etwas mehr als dreieinhalb Stunden. Die Musik wurde von Robert Israel komponiert, wobei in der Hochzeitssequenz die Motive verwendet wurden, die sich in den Anmerkungen des Drehbuchs gefunden haben.

(Rick Schmidlin, in: Le Giornate del Cinema Muto Catalogo, Sacile 1999)